Werben

Kleinod an der Elbe

Biedermeier in der alten Hansestadt Werben (Elbe)

Sie sprechen heutiges Deutsch. Sie handeln mit allem, was es heute auf einem Markt gibt. Aber zweimal im Jahr, zum Weihnachtsmarkt und zum Sommermarkt, stehen die Verkäuferinnen und Verkäufer in der Kleidung der Biedermeierzeit an ihren Ständen. Und es wirkt nicht fremd, denn Werben ist eine Biedermeierstadt. Feiert sich da die Provinz? „Provinz ist nur da, wo man selber Provinz ist“, gibt ein Werbener zu bedenken, hier geboren und hier, zumindest im Sommer, wohnend und arbeitend: Friedrich Schorlemmer. „Wo ich zu Hause bin, treffen sich große Sandsteingotik mit großer Backsteingotik. Das ist die Altmark.“ Werben ist die nördlichste Stadt Sachsen-Anhalts. Mit etwa 800 Einwohnern im doppelten Sinn ein Kleinod an der Elbe.

Werben liegt im äußersten Norden des Landkreises Stendal, am linken Elbufer. Bei Räbel gibt es eine kombinierte Gier-Motorfähre, die eine Verbindung nach Havelberg schafft. Der Ort liegt malerisch in der weiten, naturbelassenen Landschaft der Wiesche.

Besonders Sehenswertes aus der Hansezeit                                                                                       
In Wiribeni iuxta Albim, also in Werben an der Elbe, verhandelt 1005, 1006 König Heinrich II. mehrfach mit slawischen Fürsten. Der Elbübergang machte den Ort zu einem strategisch wichtigen Faustpfand. Markgraf Albrecht der Bär begründete 1160 durch eine Schenkung die erste Ordensniederlassung der Johanniter im nordöstlichen Deutschland. Die Lambertikapelle auf dem Komtureigelände aus dem 13. Jahrhundert ist der älteste erhaltene Bau des Ordens in Deutschland. Die Stadt Werben hat sich nun als ehrgeiziges städteplanerisches Ziel gesetzt, die alte Komturei zu restaurieren. 1358 bis 1488 war Werben Mitglied der Hanse. In dieser Blütezeit der Stadt entstanden das Elbtor, die Salzkirche, einst die Heiliggeist-Kapelle, 1313 gegründet, heute Galerie, Konzertraum und Standesamt. Im nach 1360 erbauten Elbtor finden Sie ein kleines Museum. Einen herrlichen Blick über Stadt, Gärten und die Elbauen gewinnen Sie von der oberen Plattform des Elbturms aus. Von hier können Sie auch Storchens direkt ins Nest schauen. „Die Glucke der Stadt“ aber ist die St. Johanniskirche mit ihrem mächtigem, weit ins Land leuchtendem rotem Satteldach. Die 1150 entstandene spätromanische Basilika wurde bis ins 16. Jahrhundert hinein ständig umgebaut, bis sie ihre heutige Gestalt hatte.

Was kann man in der alten Hansestadt außerdem noch erleben?
Von Arendsee über Apolda bis Jerusalem kannte man den Wanderprediger Gustav Nagel, dessen Geburtshaus in Werben steht. Zu den schönsten Werbener Straßen gehört die Seehäuser Straße, in der einst die Ackerbürger, die Kaufleute, die Handwerker, also die eher „Betuchten“ wohnten. Werbens Altstadt bietet sich im Wesentlichen als Biedermeierstadt dar. Das war die Zeit zwischen 1815 und 1848, also die Zeit der bürgerlichen Nischen als Reaktion auf den Polizeistaat und dem Ausbruch der Revolution. Bewegte Zeiten also, denen von 1989 verwandt. Kein Wunder, dass sich die Stadt die Biedermeierzeit als Thema gesucht hat: Der Biedermeier-Christmarkt gehört zu den schönsten Weihnachtsmärkten der Region. Und der Biedermeier-Sommer mit seinem Markt ist desgleichen ein Erlebnis.        

Kontakt

Tourist-Information Werben
Am Marktplatz 1
39615 Hansestadt Werben
Tel. +49 (0) 39393 92755
Fax +49 (0) 39393 92754

Web: www.werben-elbe.de

Anreise mit Bus und Bahn

Planen Sie Ihre Reise nach Altmark mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Anreise mit dem Auto

Planen Sie Ihre Reise nach Altmark mit dem Auto.