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| 12. Station der Kirchen-Route |
Bereits 1530 predigte und sang in der einstigen Hansestadt Stendal der Franziskanermönch Lorenz Kuchenbäcker gemeinsam mit Handwerksburschen reformatorische Lieder. Doch die Zeit für solch freie Gedanken war noch zu früh. Vom Landeshauptmann persönlich wurde ihm "Redeverbot" auferlegt. Was folgte, war ein blutiger Aufstand, der schließlich mit 1000 Reitern niedergetrampelt wurde und dem Stadthauptmann und einigen angesehenen Bürgern den Kopf kostete. Zusätzlich musste die Stadt der Geistlichkeit 10.000 Gulden Schadenersatz zahlen und verlor ihre Zollfreiheit. Das war ein schwerer Schlag.
1538 predigte dann Dr. Justus Jonas in der Marienkirche. Er war mit dem Kurprinzen Joachim II., der reformatorische Tendenzen durchblicken ließ, bekannt. Jonas war auch ein Freund Luthers und half ihm bei der Bibelübersetzung. Anschließend bat der Rat der Stadt Luther selbst, einen evangelischen Prediger nach Stendal zu entsenden. Dieser kam dann in Gestalt von Dr. Conrad Cordatus aus Wien.
Neben der Marienkirche, der Hauptpfarrkirche der Stadt von 1447 mit ihrer gediegenen spätgotischen Ausstattung und der astronomischen Uhr aus dem 16. Jahrhundert, lohnt ein Besuch im Dom St. Nikolaus mit seinen 22 restaurierten mittelalterlichen Buntglasfenstern und dem herrlichen Chorgestühl. Sehenswert sind auch die Jacobi -und die Petrikirche.
Interessantes zur Altmarkgeschichte vermittelt das Altmärkische Museum, das schon 1888 im ehemaligen Katharinenkloster am Tangermünder Tor eingerichtet wurde.
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