Chronisten weisen der Altmark acht Haupt- und zahlreiche Nebenwege zu, die man getrost historische Hansewege nennen kann. Später wurden sie auch als Heer- oder Poststraßen genutzt. Als hansische Handelstraßen werden Landstraßen bezeichnet, die von hansischen Kaufleuten zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert benutzt wurden. Dabei muss man berücksichtigen, dass sich die hansischen Handelsräume mal erweitert, mal eingeengt haben. Der Raum, über den sich die Handelsstraßen verteilten, reichte bis zu den Niederlassungen und Umschlagplätzen innerhalb und außerhalb des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. In Deutschland selbst waren vor allem die Seehäfen in Stralsund, Wismar, Hamburg und Lübeck Ziel der Warenströme, die die Städte der Altmark am Wasser mit dem Gewerbe im Binnenland verbanden.
Wir haben für unsere Gäste einen kleinen Hanse-Führer zusammen gestellt, der Sie mit diesen Wegen bekannt macht. Sie streifen alle altmärkischen Hansestädte und führen dabei durch teils naturbelassene Landschaften, reizvolle Dörfer und kleinere Städte. Auf diesen Wegen lernen Sie die Altmark kennen, wie es „normale“ Touristen ansonsten kaum erleben, führen diese Wege doch größtenteils abseits der größeren Bundes- und Landesstraßen entlang. Wir weisen Sie auf die Sehenswürdigkeiten am Rande der Wege hin und geben – wo es sich anbietet – Hinweise auf historische Gegebenheiten. Bemerkenswert ist dabei die Vielzahl romanischer Dorfkirchen, hat doch die Altmark eines der dichtesten Netze romanischer Bauwerke überhaupt in Deutschland aufzuweisen.
Die altmärkischen Hansestädte im Überblick
Die meisten Kleinstädte der Altmark lassen einen geradezu eintauchen ins Mittelalter. Imposante Kirchen und Dome, wertvolle Kulturschätze, mächtige Stadttore, stilvolle Rathäuser und gut erhaltene Fachwerkhäuser zeugen vom einstigen Wohlstand und Reichtum der Hansestädte. Die 8 altmärkischen Städte gehörten zu den ältesten in den hansischen Handel eingebundenen Städte, so dass man von einer rund 300 jährigen Mitgliedschaft in der Hanse vom Beginn des 13. bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts sprechen kann. Ob es das ehrwürdige Stendal als die größte Stadt der Altmark mit seinen stattlichen Kirchenbauten ist, die alte Kaiserresidenz und Fachwerkstadt Tangermünde, in der Kaiser Karl IV. lebte und regierte oder die alte Hansestadt Salzwedel mit dem Echten Salzwedeler Baumkuchen.
Die Hansestädte haben sich 1998 - 480 Jahre später - zum "Altmärkischen Hansebund" zusammen geschlossen und genießen auch heute wieder hohes Ansehen im internationalen Hansebund der Neuzeit.